ZEN - Dôjô Osnabrück

Was ist Zazen

Was ist Zazen

Die Essenz des Zen ist die Praxis der korrekten Meditation: Zazen. Zazen bedeutet, in einer Haltung tiefer Konzentration einfach zu sitzen. „Einfach" heißt, Körper und Geist sind intensiv einbezogen, konzentriert, versenkt in die Zazenhaltung. Körper und Geist sind völlig wach und vereint in der kraftvollen Stille der gegenwärtigen Zeit, des gegenwärtigen Seins. Körper und Geist sind im Urgrund des Lebens verankert, ungebunden durch das Erreichenmüssen eines Ziels, nicht begrenzt durch das Bewußtsein, das alles zählen, messen und bewerten muß, ohne Streben nach einem speziellen Gewinn. Um die Zazenhaltung einzunehmen, benutzt man ein rundes Kissen. Die Beine werden gekreuzt, die Wirbelsäule ist gerade aufgerichtet, in einer natürlichen Spannung gestreckt. Der Kopf wird gerade gehalten, das Kinn leicht zurückgezogen, der Nacken gestreckt. Die Aufmerksamkeit des Sitzenden ist konzentriert auf die Haltung und auf eine lange und tiefe Ausatmung. Die im Geist erscheinenden Gedanken, Gefühle, Empfindungen und Bilder werden weder zurückgewiesen noch verfolgt.

In der tiefen Konzentration auf Haltung und Atmung - auf  ‚Einfach nur Sitzen‘ - fällt das Beschäftigtsein des Geistes mit sich selbst ab. Körper und Geist finden zum ursprünglichen, vitalen Zustand zurück. Die vitale Funktion der sechs Sinne, die vitale Funktion des ganzen Menschen wird erneuert. Zen kann weder in Begriffen erfasst noch durch den Verstand ergriffen werden - man muß es ausüben. Zen ist ganz wesentlich Erfahrung. Zen-Meister Dogen, der im 13. Jahrhundert das Zen, die authentische Zazen-Praxis, nach Japan brachte, sagt im Shobogenzo: „Zen erlernen, ausüben heißt uns zu finden, uns finden heißt uns vergessen, uns vergessen heißt Buddhanatur, unsere ursprüngliche Natur, finden".